Tomboy: Zettelwirtschaft 2.0
Überblick
Ein recht nützliches Werkzeug zur Bewältigung der Zettelwirtschaft sowohl auf dem Schreibtisch als auch auf dem Desktop des Computers kommt mit dem Gnome-Desktop und nennt sich Tomboy¹.
Das Werkzeug basiert wie zum Beispiel auch die Fotoverwaltung F-Spot oder die Desktop-Suchmaschine Beagle auf dem Mono-Framework.
Nun sind elektronische Notizen sicher nichts neues. Neu ist jedoch das Konzept für das Bearbeiten der Notizen. Genaugenommen auch nicht neu denn dieses Prinzip lehnt an bekannte sowie erfolgreiche Wiki-Konzepte an. So werden Querverweise (Hyperlinks) und E-Mailadressen automatisch erkannt und lassen sich entsprechend sofort nach dem Schreiben anklicken. Auch die Verknüpfung einzelner Notizen untereinander geht spielend leicht; es genügt den Namen eine vorhandenen Notizzettels zu schreiben, schon entsteht eine Verknüpfung. Über sogenannte WikiWords können Links zu noch nicht vorhandenen Zetteln erstellt werden.
Funktionen
Neben den einfachen Funktionen für die Bearbeitung des Textes wie Fett, Kursiv, Durchgestrichen und Highlight sowie Textgröße kann Tomboy über Plugins erweitert werden. In der Distribution Ubuntu Edgy werden zum Beispiel die Default-Plugins Evolution, ExportToHTML, PrintNotes und StickyNoteImport mitgeliefert. Letzteres dient zum Import des quasi Vorgängers Sticky Note. Mit dem Plugin für Evolution kann man eine E-Mail aus dem Posteingang via Drag'nDrop in die Notiz verlinken und z.B. Zusatzinformationen festhalten. Später wird genau diese E-Mail durch anklicken wieder in Evolution geöffnet. Ein weiteres nützliches Plugin ist der Tomboy Reminder². Schreibt³ man in einer Notitz etwa remind 2007/01/05 oder ! today at 18:25 oder auch alert next monday so erkennt das Plugin die Passage, hebt sie durch Highlight hervor und Tomboy öffnet zum angegebenen Zeitpunkt ein Fenster mit entsprechender Notiz.
Dateien lassen sich übrigens von Haus aus durch einfaches ziehen von jedem belibigen Ort des Dateisystems in eine Notiz verlinken.
Ein großer Vorteil von Tomboy ist sicher auch der Fakt, dass die geschriebenen Notizen sofort automatisch gespeichert werden. Einem Datenverlust etwa durch versehentliches Schließen eines Fensters oder Absturz des X-Servers wird hiermit vorgebeugt. Die Dateien werden im XML-Format unter ~/.tomboy/*.note abgelegt.
Tomboy im Alltag
Tomboy spielt seine Vorteile überall dort aus, wo Informationen schnell zusammengetragen werden müssen und schnellebig sind. So lassen sich Recherchen etwa für einen Artikel in einer Notitz vorab zusammenfassen und beim Schreiben hinzuziehen. Hilfe beim organisieren über mehrere Zettel hinweg bietet die einfache Verlinkung der Zettel untereinander. In Zukunft werden sicher auch noch einige andere interessante Plugins hinzukommen.
Übrigens kann Tomboy auch ohne Probleme unter dem KDE-Desktop oder auch anderen Desktopumgebungen betrieben werden, vorausgesetzt die abhängigen Bibliotheken sind vorhanden, was aber in der Regel die Paketverwaltung der Distribution erledigt.

